
Das unter Denkmal- und Ensembleschutz stehende Bestandsgebäude der Pferdeklinik auf dem Campus Veterinärmedizin der JLU Gießen dient neben seiner Funktion als Tierklinik bis heute auch der Lehre und Forschung. Die veraltete Bausubstanz und Gebäudetechnik des aus dem 20. Jahrhundert stammenden Bauwerks entlang der Frankfurter Straße erforderte gemäß den heutigen Anforderungen eine umfassende Komplettsanierung.
Zur weiteren Gewährleistung der speziellen Nutzung ergab sich dabei gemäß den aktuell gültigen technischen, rechtlichen und ökonomischen Grundlagen die Notwendigkeit eines Neubaus zur Erweiterung des Operations- und Diagnostikbereiches.
Die neu geplante Pferdeklinik verfügt über vier hochtechnisierte Untersuchungsräume, drei Operationssäle inklusive Nebenräume, verschiedene Sozialräume sowie einen großen Technikbereich.
Das zweigeschossige Gebäude umfasst eine Bruttogrundfläche von ca. 2.100 m² und ist als nicht unterkellerter Massivbau konzipiert. Ausrichtung und Kubatur orientieren sich an der bestehenden Bebauung und berücksichtigen die städtebauliche Gegebenheit des Umfelds. Besondere Merkmale des Entwurfs sind das ca. 4,50 m auskragende Obergeschoss und ein geschützter, eingeschossiger Innenhof.

Entsprechend der vorgesehenen Nutzung befindet sich im Erdgeschoss der Bereich für Untersuchungen und Operationen. Unter Berücksichtigung der Arbeitsabläufe und eines komplexen Raumprogramms sind hier die zugehörigen Flächen wie Überwachungs-, Narkose- und Aufwachboxen sowie Sterilisations- und Geräteräume unmittelbar angeordnet. Im Obergeschoss sind neben den Umkleiden, Aufenthalts- und Sozialräumen auch die Labore und Nachtdienstzimmer für die Mitarbeitenden der Klinik untergebracht. Ein großer Teil der Etage ist zudem für die Haustechnik vorgesehen.




Bezugnehmend auf die unterschiedliche Nutzung wurden bei der Fassadengestaltung zwei Materialien eingesetzt. Der geschlossene, monolithische Gebäudeteil bietet Platz für die Operations- und Nutzräume. Der Untersuchungsbereich öffnet sich durch eine vorgehängte Lamellenfassade, welche die darüberliegende Auskragung zusätzlich betont.
Ein großzügiger, teilweise begrünter Innenhof mit Sitzmöglichkeiten dient im Obergeschoss als intimer Rückzugsbereich und sorgt gleichzeitig für eine natürliche Belichtung der angrenzenden Labore, Sozial- und Arbeitsräume.



Weitere Projekte:
] Filter
Gebäudetypologie
Themenfeld
Projektstatus
+
] Filter zurücksetzten